Die geheimnisvolle Herstellung von Kristallglas

Die Hauptelemente bei der Herstellung von Kristallglas sind Sand und Kali. Es war schon immer ein geheimnisvolles Verfahren, um Glas herzustellen. In unseren Glashütten wird wertvolles Kristallglas  und Bleikristall bei einer Temperatur von ca. 1400°C in den sogenannten «Hafenöfen» geschmolzen. Jeder Hafen hat eine Kapazität von 600-900 kg Glas. Die Öfen werden nie gelöscht, sie sind mehrere Jahren ununterbrochen in Betrieb, bis sie neu aufgebaut werden müssen.

Der wichtigste Mann in der Glasherstellung ist der «Kölbelmacher.» Er bläst langsam und präzise mit der Glasmacherpfeise eine kleine leuchtende Glasblase – das «Kölbel.» Es ist sehr wichtig, dass die Kölbel exakt geblasen wird, es hat einen enormen Einfluss auf die Qualität des Produktes. Mit der Kölbel als Basisblase wird anschließend eine weitere Menge Glas aus dem Schmelztiegel entnommen und dann von Glasmachern vorsichtig in eine Holz- oder Metallform geblasen. Das Glas wird unter konstantem, gleichmäßigem Drehen geblasen, bis es sich der Form angepasst hat.

Das Werkstück muss dann einen komplizierten Kühlprozess durchlaufen. Erst durch das Abkühlen wird das Produkt zu Kristallglas. Ohne Kühlung würde jedes Stück wieder zu Sand zerfallen.

Glasmacherpfeifen im Ofen

Holzformen beim Wässern

Einblasen des Glases in eine Holzform

Als eine besondere Variante gilt das sogenannte „Optisch-Blasen“ – eine sehr alte spezielle Technik, deren Beherrschung einzigartig für die traditionelle Handwerkskunst von OERTEL ist. Das Glas wird dabei bereits in heißem Zustand dekoriert. Die Herstellung optisch geblasener Stücke stellt höchste Anforderungen an die Glasmacher und setzt besondere Geschicklichkeit und langjährige Erfahrung voraus. Der mit heißem Glas überfangene Kölbel wird in eine innen gerippte oder mit einem anderen Muster versehene, oben offene, zylindrische Form gesenkt und so weit aufgeblasen, dass sich das Muster der Vorform in das Produkt einprägt. Das noch formbare Kristallglas wird im Anschluss in die endgültige Form vorsichtig eingeblasen, wobei das vorgeprägte Muster optisch erhalten bleibt. Durch schnelles Drehen in nur einer Richtung können zudem Längsrippen spiralig verdreht werden, wodurch außergewöhnliche faszinierende Kristallkunstwerke entstehen.

Die Rohgläser unserer Kollektionen „Maria„,  „Amelie“ und „Stella“ werden mit dieser äußerst seltenen Technik hergestellt. Sie bezaubern durch ihr außergewöhnliches Aussehen und brillante Effekte, die durch das feine Dekor noch unterstrichen werden.

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